Geschichte

 

Alles begann mit acht Lesungen von Max Goldt, Eckard Henscheid, Franz Dobler, Bodo Kirchhoff, Margit Schreiner, Joseph von Westfalen, Doris Dörrie und Gisbert Haefs, die zwischen dem 21. Oktober 1992 und dem 13. Januar 1993 im legendären Ballhaus in Göttingen-Grone stattfanden. Christoph Reisner, der 2014 verstarb, legte mit diesen Lesungen den Grundstein für das alljährliche Literaturereignis Göttinger Literaturherbst.

 

Nach dem großen Erfolg des ersten Jahres zog das Festival in das Zentrale Hauptgebäude der Göttinger Universität um, wo, neben dem immer wieder gern gesehenen Max Goldt, vor allem teils exklusive Deutschlandauftritte anglo-amerikanischer Starautoren wie Douglas Adams, T.C. Boyle, Douglas Coupland, Richard Ford, Stephen Fry und Michael Palin den frühen Ruhm des Festivals begründeten.



1997 stellte Christoph Reisner die Veranstaltung auf ein 10-tägiges Festivalformat um und legte den Beginn zukünftig immer auf den Freitag der Frankfurter Buchmesse. Damit hatte der Göttinger Literaturherbst seinen festen Platz im Jahreskalender der deutschsprachigen Lesefeste gefunden. Neue Spielorte wurden erschlossen und der Strom bekannter AutorInnen riss mit Bret Easton Ellis, Michel Houllebecq, Donna Leon, Cees Noteboom und Marcel Reich-Ranicki nicht ab und gipfelte in der Gala-Veranstaltung zu Günter Grass´ 75. Geburtstag im Jahr 2002. Bundespräsident, Bundeskanzler und Ministerpräsident des Landes Niedersachsen saßen gemeinsam in der ersten Reihe.


Seit 2007 veranstaltet der Göttinger Literaturherbst, zusammen mit drei Göttinger Max-Planck-Instituten, die Vortragsreihe "Wissenschaft beim Göttinger Literaturherbst", die jedes Jahr international führende WissenschaftlerInnen und WissenschaftspublizistInnen in der Göttinger Paulinerkirche versammelt und in dieser Form einzigartig innerhalb eines Literaturfestvals ist.



Trotz schwerer Krankheit gelang es Christoph Reisner 2014 mit Eugen Ruge zum wiederholten Male, den aktuellen Träger des Deutschen Buchpreises nach Göttingen zu holen. Seine hochkarätigen Gäste des Jahres 2013, Christopher Clark, Daniel Kehlmann und Uwe Timm konnte Christoph Reisner nicht mehr live erleben, da er bereits im Krankenhaus lag.



Reisners Wunsch getreu, das Festival nach seinem Tode 2014 nicht aufzugeben, haben die Geschäftsführung der Göttinger Literaturherbst GmbH und der Beirat beschlossen, den Göttinger Literaturherbst fortzuführen. Alle wichtigen Partner blieben an Bord, viele neue Partner, wie die Georg-August-Universität und das Literarische Zentrum konnten hinzugewonnen werden.



2014 wurde somit das Jahr zwischen Fortführung und Neubeginn: Neue Spielorte in Göttingen, aber erstmals auch im Göttinger Umland) kamen hinzu. 

 

Ein hochkarätig besetztes Jubiläumsprogramm boten die Veranstalter dem Göttinger Publikum zur 25. Auflage des Festivals Insgesamt kamen 2016 gut 15 000 Besucher zu den Veranstaltungen - wiederum ein Rekord. Dieser wurde 2017mit 70 Veranstaltungen und mehr als 15 500 Zuschauer abermals überboten.