Lass uns reden!

Für alle, die Bücher lieben, leidenschaftlich gern lesen und Menschen suchen, denen es ebenso geht, bieten wir ein neues Forum: Den Literaturherbst-LeseClub. Einmal pro Monat wird hier über Bücher von Autorinnen und Autoren aus dem aktuellen Literaturherbst-Programm diskutiert. Den Gedankenaustausch moderiert Suzanne Leuckhard, eine leidenschaftliche Instagram-Buchbloggerin, die nicht nur gerne liest, sondern über das Gelesene bereitwillig schreibt und spricht. Der Literaturherbst-LeseClub ist kostenfrei und für alle geeignet, die zeitgenössische Literatur schätzen und ihre Empfindungen mit anderen Bücherfans teilen wollen. Informationen über nächsten Termine finden Sie hier oder auch in unseren Sozial Netzwerken sowie Facebook oder Instagram unter #LeseClubGLH

Warum ein Leseclub?

Suzanne Leuckhard

"Das Lesen eines Buches ist per se eine einsame Beschäftigung. Eine exklusive Reise, die in der Fantasie des Lesers stattfindet, zu der aber keine weiteren Passagiere Zugang haben. Aber wohin mit den Gefühlen, wenn das Buch zu Ende gelesen ist? Auch jede first-class Reise in der Realität erweckt viele neue Eindrücke, die geteilt werden möchten. Der Alleinreisende dort kann sich jedoch mit anderen Reisenden anfreunden und das Erlebte mit ihnen zusammen nachempfinden.

Der Göttinger Literaturherbst bietet nun Göttinger Lesern die Möglichkeit, genau dieses zu tun: sich auf Lesereise zu begeben und anschließend in behaglicher Atmosphäre mit anderen „Reisenden“ über die gewonnenen Eindrücke zu sprechen. Persönlich und individuell. Wir laden Sie herzlich ein, ihre Eindrücke mit uns zu teilen. Reden wir darüber!"

Suzanne Leuckhard, die Leiterin des LeseClubs

Das zwölfte LeseTreffen

 

Jan Kraus arbeitet als Altenpfleger in Berlin. Geboren ist er in Vimperk, dem früheren Winterberg, im Böhmerwald, seit 1986 lebt er in Deutschland. Unter welchen Umständen er die Tschechoslowakei verlassen hat, das bleibt sein Geheimnis. Und sein Trauma. Kraus begleitet Schwerkranke in den letzten Tagen ihres Lebens. Die Tage, Wochen, Monate, die er mit seinen Patienten verbringt, nennt er „Überfahrt“. Einer von denen, die er auf der Überfahrt begleiten soll, ist Wenzel Winterberg, geboren 1918 in Liberec, Reichenberg. Hier fängt ihre Reis an – eine Reise, die die beiden durch die Geschichte Mitteleuropas führt. Von Berlin nach Sarajevo über Reichenberg, Prag, Wien und Budapest. Denn nicht nur Kraus, auch Winterberg verbirgt ein Geheimnis.

 

Am 27. April sehen wir uns im Roten Salon der Stadtbibliothek, um Jaroslav Rudiš letztes Buch zu besprechen. 

Anmeldungen bitte bis zum 25. April an h.hovtvian@literaturherbst.com

Das elfte LeseTreffen

In jeder Familie gibt es Geheimnisse und Gerüchte, die von Generation zu Generation weiterleben. Manchmal geht es dabei um Leben und Tod. In seinem neuen Roman erzählt Maxim Biller von einem solchen Gerücht, dessen böse Kraft bis in die Gegenwart reicht. Sechs Koffer – die Geschichte einer russisch-jüdischen Familie auf der Flucht von Ost nach West, von Moskau über Prag nach Hamburg und Zürich – ist ein virtuoses literarisches Kunststück. Aus sechs Perspektiven erzählt der Roman von einem großen Verrat, einer Denunziation. Das Opfer: der Großvater des inzwischen in Berlin lebenden Erzählers, der 1960 in der Sowjetunion hingerichtet wurde. Unter Verdacht: die eigene Verwandtschaft. 

 

Wir treffen uns am 23. März, um 11 Uhr in der Stadtbibliothek, um über Maxim Billers letzten Roman zu diskutieren. Anmeldungen bitte bis zum 20. März an h.hovtvian@literaturherbst.com

 

Das zehnte LeseTreffen

 

Der in Berlin lebende Wiener kennt sich aus mit Bestsellern. Nun hat Robert Seethaler nachgelegt und sich mit Das Feld (Hanser Berlin 2018) wieder auf die Bestenliste geschrieben. Gelang ihm mit Ein ganzes Leben am Beispiel eines im Gebirge lebenden Eigenbrötlers ein internationaler Erfolg, erzählen im neuen Roman Das Feld gleich 29 Menschen ihr Leben.
Nach ihrem Tod, aus dem Grab heraus, ziehen sie Bilanz und aus den vermeintlich beiläufigen Geschichten entwickelt sich
ein bedeutender Roman. Am 16. Februar sehen wir uns im Roten Salon der Stadtbibliothek, um Seethalers letztes Buch zu besprechen. 

 

Anmeldungen bitte bis zum 14. Februar an h.hovtvian@literaturherbst.com

Das neunte LeseTreffen

 
Da beschließt eine norddeutsche Journalistin kurz vor ihrem 50. Geburtstag den Versuch eines Romans zu wagen. Und Dörte Hansens Debüt Altes Land wurde 2015 das erfolgreichste Buch des Jahres. Nun legt die Autorin ihr zweites Buch vor, das ihre Leserinnen sehnlichst erwarten und bei dem die Kritiker Farbe bekennen und einsehen müssen, dass auch erfolgreiche Bücher gute Literatur sein können. Unmittelbar nach Erscheinen war Dörte Hansen mit Mittagsstunde zum Göttinger Literaturherbst und feierte große Buchpremiere.
 
Im Rahmen unseres LeseClubs treffen wir uns am 26. Januar, um 11 Uhr in der Stadtbibliothek, um Hansens letzten Roman zu besprechen. Teilnahme ist kostenlos.
 
Bitte melden Sie sich bis zum 23. Januar unter h.hovtvian@literaturherbst.com an.

Das achte LeseTreffen

 

Am 8. Dezember, um 11 Uhr treffen wir uns wieder in der Stadtbibliothek, um den mit dem Deutschen Buchpreis 2018 ausgezeichneten Roman, Archipel, von Inger-Maria Mahlke zu besprechen. Inger-Maria Mahlke ist in nur wenigen Jahren zu einer der renommiertesten deutschen Schriftstellerinnen avanciert und hat sich mit jedem ihrer Bücher thematisch und formal weiter vorgewagt. In Archipel führt sie rückwärts durch ein Jahrhundert voller Umbrüche und Verwerfungen, großer Erwartungen und kleiner Siege. Archipel ist ein großer europäischer Familienroman von der Peripherie des Kontinents: der Insel des ewigen Frühlings, Teneriffa.

 

Anmeldungen bitte bis zum 6. Dezember an h.hovtvian@literaturherbst.com

Das siebte LeseTreffen

„Sollte der Moment, da wir Seinen Willen zu erkennen glauben, zugleich der Beginn der Barbarei sein?“

Sein Debütroman Grenzgang, der sich um ein traditionelles Volksfest drehte, landete direkt auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Hymnisch besprochen wurden auch seine Eheromane, Fliehkräfte und Gegenspiel, die jeweils eine Perspektive einer Ehekrise erzählen. Jetzt nimmt sich der Sinologe Stephan Thome, der in Taipeh lebt, China vor. Mitte des 19. Jahrhunderts wütet dort ein christlicher Konvertit, der einen Gottesstaat errichtet. Gott der Barbaren (Suhrkamp 2018) ist ein weit blickender Roman über religiösen Fanatismus.

 

Am 10.11.2018 sehen wir uns wieder um 11 Uhr in der Stadtbibliothek, im 1. Obergeschoss und besprechen den letzten Roman von Stephan Thome.

 

Anmeldungen bitte bis zum 7. November an h.hovtvian@literaturherbst.com

Das sechste LeseTreffen

Gibt es überhaupt einen Ort, an dem man größer scheitern kann als in den Erinnerungen seiner Kinder?

Auf der Welle der Popliteratur landete sie ihren ersten großen Hit. Alexa Hennig von Lange traf mit ihrem Debütroman Relax den Nerv der 90er und wurde auf Anhieb zu einer der erfolgreichsten Autorinnen ihrer Generation. Jetzt begibt sie sich mit ihrem neuen und lange erwarteten Roman Kampfsterne (Dumont 2018) zurück in das Jahr 1985 und entlarvt die Ideologie einer Generation von Eltern, die ein freies Miteinander wollten. Und so trifft der Leser auf drei ziemlich abschreckende Elternpaare, deren Lebensführung zum Haare raufen ist.

 

 

 

Das fünfte LeseTreffen

„Er will sterben, Betty. Und ich soll ihn fahren.“ / „Wie fahren?“ / „In die Schweiz. Nächste Woche ist der Termin.“

Und so sitzen die Freundinnen Betty und Martha kurz darauf in einem schäbigen alten Golf – mit Marthas Vater auf der Rückbank. Doch auf diesem Roadtrip läuft wenig wie geplant, der Lago Maggiore kommt dazwischen, ein italienisches Dorf, eine griechische Insel und ein Haufen emotionaler Abgründe. Lucy Fricke schlittert in Töchter (Rowohlt 2018) mit ihren Figuren schonungslos an den Bruchkanten ihres Lebens entlang – und das ist überraschend erheiternd. Denis Scheck urteilt: „Ein Buch, das mein Herz gewann durch seine Komik und seine enorme Rasanz“.

 

Das vierte LeseTreffen

Doppelleben auf Japanisch

Herr Kato geht in die Rente. Jetzt kann er endlich mal das Radio reparieren, nach Paris fliegen und sich ordentlich entspannen. Doch steht er auf den bemoosten Treppen vor seinem Haus und weiß nicht wohin. Im Rentner-Blues bleibt ihm nicht mehr, als auf dem Friedhof Ballett zu tanzen. Das beobachtet junge Mie, die im Abschluss ihres Kennenlernens ihn einlädt, für ihre Agentur „Happy Family“ zu arbeiten. Der Job sei nicht sehr schwierig, der Kato sei ein perfekter Kandidat dafür, er könne ja so viele Rollen spielen, mal als Opa, mal als Exmann. "Herr Kato spielt Familie" von Milena Micheko Flašar lotet den Abgrund aus zwischen dem, was man sein wollte, und dem, was man ist.

 

Das dritte LeseTreffen

„Full hands empty hands / it’s a suicide world baby“

In den Zeiten von Neo-Linken, Separatisten, Rechtsradikalen, Trump-Regierung und Terroranschlägen scheint die Zukunft so unklar zu sein wie nie zuvor. In ihrem dystopischen Roman „Leere Herzen“ stellt Juli Zeh eine angsteinjagende Zukunft dar, in der das demokratische Deutschland, so wie wir es kennen, der Vergangenheit angehört. Obwohl das Land in einer Krise versinkt, könnte es für die nihilistische Protagonistin Britta nicht besser laufen. Mit ihrem erfolgreichen Unternehmen „Die Brücke“ sucht sie nach suizidgefährdeten Menschen, um sie in hoffnungslosen Fällen an terroristische Organisationen zu übergeben. So werden im Jahr 2025 Terroranschläge organisiert, unter Kontrolle und ohne Opfer. Aber was passiert, wenn etwas schief geht?

Um diesen gesellschaftskritischen Roman zu besprechen, haben wir uns am 23. Juni, um 11:00 Uhr im Roten Lesesalon der Stadtbibliothek getroffen. 

Das zweite LeseTreffen

"Manchmal verlierst du einen Menschen, um einen anderen zu gewinnen"

Am 19. Mai, um 11:00 Uhr haben wir uns zum zweiten Mal in der Stadtbibliothek (1. Geschoss | Roter Lesesalon) getroffen, um wieder einen starken Roman zu besprechen. Dieses mal ging es um das Debüt von Carol Rifka Brunt, Sag den Wölfen, ich bin zu Hause, das uns die Welt des Mädchens June eröffnet. Als Junes Onkel Finn an AIDS stirbt, steht in ihrem Leben kein Stein mehr auf dem anderen. Auf der Beerdigung ihres Onkels erfährt June über seinen Freund, mit dem sie sich heimlich trifft, Dinge über Finn, von denen sie nichts geahnt hat. Diese bewegende Geschichte wurde von der New York Times und dem Börsenblatt des Deutschen Buchhandels als Bestseller aufgezeichnet. 

 

 

Das erste LeseTreffen

 

Für das erste Treffen des LeseClubs hat die Göttinger Stadt-Bibliothek (1. Geschoss | Roter Lesesalon) am Samstag, 7. April 2018, um 12.00 Uhr ihre Pforten geöffnet. Wir haben über den Roman Schwarz und Weiß der amerikanischen Autorin Irene Dische gesprochen, die zusammen mit dem bekannten Schauspieler Sylvester Groth am 12. April 2018 auf der Bühne des Alten Rathauses zu erleben war.