Lass uns reden!

Für alle, die Bücher lieben, leidenschaftlich gern lesen und Menschen suchen, denen es ebenso geht, bieten wir ein neues Forum: Den Literaturherbst-LeseClub. Einmal pro Monat wird hier über Bücher von Autorinnen und Autoren aus dem aktuellen Literaturherbst-Programm diskutiert. Den Gedankenaustausch moderiert Suzanne Leuckhard, eine leidenschaftliche Instagram-Buchbloggerin, die nicht nur gerne liest, sondern über das Gelesene bereitwillig schreibt und spricht. Der Literaturherbst-LeseClub ist kostenfrei und für alle geeignet, die zeitgenössische Literatur schätzen und ihre Empfindungen mit anderen Bücherfans teilen wollen. Informationen über nächsten Termine finden Sie hier oder auch in unseren Sozial Netzwerken sowie Facebook oder Instagram unter #LeseClubGLH

Warum ein Leseclub?

Suzanne Leuckhard

"Das Lesen eines Buches ist per se eine einsame Beschäftigung. Eine exklusive Reise, die in der Fantasie des Lesers stattfindet, zu der aber keine weiteren Passagiere Zugang haben. Aber wohin mit den Gefühlen, wenn das Buch zu Ende gelesen ist? Auch jede first-class Reise in der Realität erweckt viele neue Eindrücke, die geteilt werden möchten. Der Alleinreisende dort kann sich jedoch mit anderen Reisenden anfreunden und das Erlebte mit ihnen zusammen nachempfinden.

Der Göttinger Literaturherbst bietet nun Göttinger Lesern die Möglichkeit, genau dieses zu tun: sich auf Lesereise zu begeben und anschließend in behaglicher Atmosphäre mit anderen „Reisenden“ über die gewonnenen Eindrücke zu sprechen. Persönlich und individuell. Wir laden Sie herzlich ein, ihre Eindrücke mit uns zu teilen. Reden wir darüber!"

Suzanne Leuckhard, die Leiterin des LeseClubs

Das siebte LeseTreffen

„Sollte der Moment, da wir Seinen Willen zu erkennen glauben, zugleich der Beginn der Barbarei sein?“

Sein Debütroman Grenzgang, der sich um ein traditionelles Volksfest drehte, landete direkt auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Hymnisch besprochen wurden auch seine Eheromane, Fliehkräfte und Gegenspiel, die jeweils eine Perspektive einer Ehekrise erzählen. Jetzt nimmt sich der Sinologe Stephan Thome, der in Taipeh lebt, China vor. Mitte des 19. Jahrhunderts wütet dort ein christlicher Konvertit, der einen Gottesstaat errichtet. Gott der Barbaren (Suhrkamp 2018) ist ein weit blickender Roman über religiösen Fanatismus.

 

Am 10.11.2018 sehen wir uns wieder um 11 Uhr in der Stadtbibliothek, im 1. Obergeschoss und besprechen den letzten Roman von Stephan Thome.

 

Anmeldungen bitte bis zum 7. November an h.hovtvian@literaturherbst.com

Das sechste LeseTreffen

Gibt es überhaupt einen Ort, an dem man größer scheitern kann als in den Erinnerungen seiner Kinder?

Auf der Welle der Popliteratur landete sie ihren ersten großen Hit. Alexa Hennig von Lange traf mit ihrem Debütroman Relax den Nerv der 90er und wurde auf Anhieb zu einer der erfolgreichsten Autorinnen ihrer Generation. Jetzt begibt sie sich mit ihrem neuen und lange erwarteten Roman Kampfsterne (Dumont 2018) zurück in das Jahr 1985 und entlarvt die Ideologie einer Generation von Eltern, die ein freies Miteinander wollten. Und so trifft der Leser auf drei ziemlich abschreckende Elternpaare, deren Lebensführung zum Haare raufen ist.

 

 

 

Das fünfte LeseTreffen

„Er will sterben, Betty. Und ich soll ihn fahren.“ / „Wie fahren?“ / „In die Schweiz. Nächste Woche ist der Termin.“

Und so sitzen die Freundinnen Betty und Martha kurz darauf in einem schäbigen alten Golf – mit Marthas Vater auf der Rückbank. Doch auf diesem Roadtrip läuft wenig wie geplant, der Lago Maggiore kommt dazwischen, ein italienisches Dorf, eine griechische Insel und ein Haufen emotionaler Abgründe. Lucy Fricke schlittert in Töchter (Rowohlt 2018) mit ihren Figuren schonungslos an den Bruchkanten ihres Lebens entlang – und das ist überraschend erheiternd. Denis Scheck urteilt: „Ein Buch, das mein Herz gewann durch seine Komik und seine enorme Rasanz“.

 

Das vierte LeseTreffen

Doppelleben auf Japanisch

Herr Kato geht in die Rente. Jetzt kann er endlich mal das Radio reparieren, nach Paris fliegen und sich ordentlich entspannen. Doch steht er auf den bemoosten Treppen vor seinem Haus und weiß nicht wohin. Im Rentner-Blues bleibt ihm nicht mehr, als auf dem Friedhof Ballett zu tanzen. Das beobachtet junge Mie, die im Abschluss ihres Kennenlernens ihn einlädt, für ihre Agentur „Happy Family“ zu arbeiten. Der Job sei nicht sehr schwierig, der Kato sei ein perfekter Kandidat dafür, er könne ja so viele Rollen spielen, mal als Opa, mal als Exmann. "Herr Kato spielt Familie" von Milena Micheko Flašar lotet den Abgrund aus zwischen dem, was man sein wollte, und dem, was man ist.

 

Das dritte LeseTreffen

„Full hands empty hands / it’s a suicide world baby“

In den Zeiten von Neo-Linken, Separatisten, Rechtsradikalen, Trump-Regierung und Terroranschlägen scheint die Zukunft so unklar zu sein wie nie zuvor. In ihrem dystopischen Roman „Leere Herzen“ stellt Juli Zeh eine angsteinjagende Zukunft dar, in der das demokratische Deutschland, so wie wir es kennen, der Vergangenheit angehört. Obwohl das Land in einer Krise versinkt, könnte es für die nihilistische Protagonistin Britta nicht besser laufen. Mit ihrem erfolgreichen Unternehmen „Die Brücke“ sucht sie nach suizidgefährdeten Menschen, um sie in hoffnungslosen Fällen an terroristische Organisationen zu übergeben. So werden im Jahr 2025 Terroranschläge organisiert, unter Kontrolle und ohne Opfer. Aber was passiert, wenn etwas schief geht?

Um diesen gesellschaftskritischen Roman zu besprechen, haben wir uns am 23. Juni, um 11:00 Uhr im Roten Lesesalon der Stadtbibliothek getroffen. 

Das zweite LeseTreffen

"Manchmal verlierst du einen Menschen, um einen anderen zu gewinnen"

Am 19. Mai, um 11:00 Uhr haben wir uns zum zweiten Mal in der Stadtbibliothek (1. Geschoss | Roter Lesesalon) getroffen, um wieder einen starken Roman zu besprechen. Dieses mal ging es um das Debüt von Carol Rifka Brunt, Sag den Wölfen, ich bin zu Hause, das uns die Welt des Mädchens June eröffnet. Als Junes Onkel Finn an AIDS stirbt, steht in ihrem Leben kein Stein mehr auf dem anderen. Auf der Beerdigung ihres Onkels erfährt June über seinen Freund, mit dem sie sich heimlich trifft, Dinge über Finn, von denen sie nichts geahnt hat. Diese bewegende Geschichte wurde von der New York Times und dem Börsenblatt des Deutschen Buchhandels als Bestseller aufgezeichnet. 

 

 

Das erste LeseTreffen

 

Für das erste Treffen des LeseClubs hat die Göttinger Stadt-Bibliothek (1. Geschoss | Roter Lesesalon) am Samstag, 7. April 2018, um 12.00 Uhr ihre Pforten geöffnet. Wir haben über den Roman Schwarz und Weiß der amerikanischen Autorin Irene Dische gesprochen, die zusammen mit dem bekannten Schauspieler Sylvester Groth am 12. April 2018 auf der Bühne des Alten Rathauses zu erleben war.